|
Das Vorbereitet sein des empfindlichen und gründlichen Künstlers ist vollständig. Die Erlebnisse sind stark und in ihren Feinheiten nuanciert. Seine Erinnerungen tauchen unaufhörlich auf: Tiefebene und Jugendalter erscheinen beisammen auf den mit individueller Technik geschaffenen Flächen. Gedanke, Visualität, Vertiefung und darstellende Kraft bilden den komplexen Charakter seiner Kunst.
MIHÁLY CS. PATAJ ist am 22.12. 1921 in Békéscsaba geboren. Sein Studium absolvierte er an der Akademie für bildende Kunst in Budapest im Jahre 1947, als Anhänger des Malers Gyula Rudnay. Er ist Leiter des Lehrstuhls für Zeichen und Kunstgeschichte an der Pädagogischen Hochschule zu Szeged.
An selbständigen Kunstausstellungen stellte er sich in Budapest und in mehreren ungarischen Städten vor, weiterhin in Italien, Jugoslawien, Luxemburg und in der Tschechoslowakei. Einige von seinen Bildern wurden in Lodz, Odessa, Straßburg und Turku mehr als hundertmal ausgestellt. MIHÁLY CS. PATAJ ist ein gleicherweise staatlich und international bekannt gewordener Schöpfer. Gemälde des Künstlers sind auch in Canada, England, Frankreich, Mexiko und in den USA bei Privatsammlern zu finden. Seine Malerei wird im Lexikon in Evidenz gehalten.
Gegenstände, besonders eine Brauttruhe geben ihm Anhaltspunkte und seine Ideen zu ergreifen und sie zum Ausdruck zu bringen. Diese farbige Truhe ist nicht nur ein Erbstück der Vergangenheit, sondern auch eine Fundgrube der Erinnerungen aus dem Jugendalter und auch der Erlebnisse der bildnerischen und gedanklichen Relationen der Welt. Wie Bartók in seinem Cantata profana, versucht auch er es in malerischer Annäherung zum Ausdruck zu bringen, dass die Rückkehr zu dem Wunder der Kinderzeit ebenso unmöglich ist, wie der Abschied von ihm, denn es lebt unwiderruflich in uns. Die Rolle der Melodie und des Rhythmus‘ spielen bei ihm die Farben und die Formen, doch ähnlich der Bartókischen Kompression.
Sein Fensterthema ist ganz eigenartig: eine antike Lampe steht in dem Fensterrahmen, nebenan Blumen, in denen die Stimmung und Gefühle des Künstlers glimmen. Durchs Fenster erblickt man in der weiten Ferne die Eigenheiten des modernen Lebens. Inzwischen hat man – durch die Bilder hervorgezauberte Dichtung – den Eindruck, dass das Fenster nicht nur bloß das Auge des Hauses ist, sondern auch Öffnung der Seele, Trennungslinie und zugleich Verbindungsbrücke der inneren und äußeren Welt.
Auf einem anderen Gemälde erblicken wir einen Brunnenschwengel und Blumen, die sonst die Hauptfiguren seiner Bilder sind, und in der Ferne schillert die Häuserreihe in den Farben des Regenbogens. Das Dämmerlicht ruft bei ihm die Pracht der Farben hervor. Man hat das Gefühl, dass die Quelle dieses Lichterstromes, in dem Gegenstände, sich auflösender Blumenkelch und Gesichter schwimmen, nicht nur der Sonnenstrahl ist, sondern auch das menschliche Herz. Die meisten Gemälde des Künstlers weisen darauf hin. Auf diese Weise verschönert er die Wirklichkeit. Das Licht ist eigentlich auch selbstleuchtend: ein reines Gefühl, das Ergebnis des Gedankens, seine Hoffnung aussprechender Botschaft des schönheitsbegeisterten Malers.
Miklós Losonci
|