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Ernö Tóth wurde 1949 in Sajóecseg - Südungarn geboren. Er absolvierte 1978 die Hochschule für Bildende Künste in Budapest.
Der Kritzelkünstler
"...Ernö Tóth malt...nicht die wahre Welt, sondern er sieht sie so, besser gesagt er lässt sie so sehen, aber noch wahrscheinlicher, so ist seine innere Welt. Die Kunst beginnt nämlich nicht mit dem Malen sondern mit dem Sehen...
...Auch Ernö Tóth malt aus dem Inneren, wie die Besten. Keine Selbstbildnisse, sondern die Bildnisse der eigenen Seele. Die meisten seiner Figuren sind mit ihm ähnlich. Rembrandt musste alt werden, damit er genug Themen für seine Selbstbildnisse hatte, Ernö Tóth kann aber in einem Harlekin mit Spitznase, in einem Ziegenkönig, in einem Ritter von der traurigen Gestalt, in allem erscheinen... Kindlich frei, aufrichtig ist er auch mit über fünfzig geblieben, seine Welt ist nicht andächtig geschaffen, präzise konstruiert, sondern eine gekritzelte Welt. Was anderes wäre das Gekritzel, die rasch gezogene Linie, wenn nicht noch eine Chance für das Zufällige, Instinktive, Natürliche? .. .
... Ernö Tóth ist am meisten vielleicht der Maler der Lebensfreude ohne etwas Idyllisches zu lügen. Auf seinen Bildern ist ein jeder in einer verzerrten spöttischen Situation, ein jeder ist hässlich, nur die Bilder sind schön. Und wer ist der Andere? Wer ist glücklich, wer ist unglücklich? Betrachter, das musst du entscheiden…"
László Szále
"Der Skulpteur
Die Helden der Skulpturen von Ernö Tóth sind Clowns - oder ähnlich, wie Clowns -, Casanovas - Abenteurer, die sich für Casanovas halten, aber allesamt Figuren, die den Erscheinungen der Welt gegenüber, mit sich selbst, miteinander ratlos, unsicher, hinfällig, ungeschickt sind, aber ihre kleinlichen oder heroischen Kämpfe fanatisch durchführen.
In ihren Händen gibt es fast immer etwas, vielleicht zum Festhalten: ein Eis, einen Luftballon, eine Maske, einen Fächer, eine Geige oder eben einen Fisch, und durch diese, ein Gegenstand zeigende Geste, wird die Szene, die Skulptur bühnengerecht. Die Karikatur-Figuren, die ihren ernst und ihre Erhabenheit mit edlöer Einfachheit bewahren, sind Darsteller eines kavakadenahen, imaginären Schauspiels, die aber durch die Bronzeplastik zum wahren Leben erweckt sind. Die abwechslungsreichen, unkonventionellen, mit Fleck- und Kontureffekten reich und einfallsreich durchwebten, sonderbaren Formen, die in ihrer Rauheit spielenden Oberflächen induzieren mit Unruhigkeit, Spannung und mit Aufgeregtheit erfüllte Skulpturen.
Genauso wie in seiner Malerei, wechseln auch in seiner Plastik, Märchen und Realität: die Erbärmlichkeit wechselt in den Heroismus hinüber, dramatische Situationen werden lustig, intime lyrische Erklärungen werden ironisch-groteske (Selbst)Spöttereien. In den Skulpturen von Ernö Tóth kommen Traurigkeit und Heiterkeit sehr nah zueinander, sie schmelzen fast zusammen, aber nur, um sich wieder weit voneinander zu trennen."
Tibor Wehner
Ausstellungen erfolgen ab 1978 u.a in: Ungarn (Budapest und in vielen Städten), Holland (Rotterdam, Leiden), USA (New York), Österreich (Graz), Bulgarien, Deutschland (Lübeck, Hagen, Hamburg, Duisburg, Wiesbaden und Gronau - Epe).
Seine Werke befinden sich u.a. in: Ungarische-National Galerie, Budapest, Museen in Békéscsaba, Miskolc, Pécs.
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